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Initiative Gastronomie Frankfurt fordert Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen

  1. September 2016

Frankfurt, 16. September. Lärm, Belästigung von Passanten, Gewalt, Müll, Vandalismus: Die Liste möglicher Folgen exzessiven Alkoholkonsums auf öffentlichen Plätzen ist lang. In Frankfurt mokieren sich Bürger und Einzelhandel schon lange über betrunkene Menschen, die zum Beispiel auf der Zeil oder dem Bahnhofsvorplatz ihren Rausch ausschlafen, öffentlich urinieren oder lautstark pöbeln. Dabei geht es nicht mehr nur um die Obdachlosen-Problematik, sondern auch vermehrt um jugendliche Banden, die in Gruppen stark alkoholisiert negativ auffallen. Die Initiative Gastronomie Frankfurt unterstützt den kürzlich erfolgten Vorstoß von Stadtrat Markus Frank und fordert ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. „Vor allem nachts präsentiert sich die Zeil als ein wahres Bild des Grauens“, stellt der Vorstandsvorsitzende der Initiative, Madjid Djamegari, fest. „Das ist weder für Nachtschwärmer noch für die Frankfurter Bürger oder für Besucher der Stadt angenehm, die nachts auf der Zeil unterwegs sind“, meint Djamegari, der als Geschäftsführer des Gibson das Ausmaß der Alkoholexzesse regelmäßig live erlebt. „Repräsentativ ist anders.“

 

Ähnliche Erfahrungen macht James Ardinast von Chez IMA, ebenfalls im Vorstand der Initiative: „Vor dem Bahnhof und im gesamten Bahnhofsviertel sind die Zustände nicht mehr zumutbar, und sie werden immer schlimmer. Da wird gepöbelt, gegrölt, in Hauseingänge oder auch auf offener Straße uriniert, und das nicht nur in den Abend- und Nachtstunden. Mit Vernunft ist diesen stark alkoholisierten Menschen, die ja meist auch in größeren Gruppen auftreten, schon lange nicht mehr beizukommen.“ Über kurz oder lang sieht der Gastronom die aktuell rasant steigende Attraktivität des Bahnhofsviertels erheblich bedroht – zum Schaden aller Gastronomen und Einzelhändler. „Der Bahnhof ist das Entree zur Stadt, die Zeil ist eine der wichtigsten Fußgängerzonen – da können wir solche Zustände nicht tolerieren. Den ersten Eindruck, den eine Stadt bei den Besuchern hinterlässt, wird sie nicht mehr los“, so Madjid Djamegari, der für seine Meinung eine breite Zustimmung seitens der ortsansässigen Händler erfährt. Für ihn und die Mitglieder der Initiative Gastronomie Frankfurt ist klar: „Die Stadt braucht hier eine rechtliche Grundlage, um gegen stark alkoholisierte Menschen vorzugehen und sie öffentlicher Plätze verweisen zu können.“ Andere deutsche Städte wie Marburg, Görlitz oder Bamberg würden es erfolgreich vormachen.

 

Sorgen um den internationalen Ruf des Stadtbildes macht sich auch Wolfgang Selinger, General Manager des Le Méridien Parkhotel am Wiesenhüttenplatz, und ebenfalls Mitglied der Initiative. „Unsere Gäste aus aller Welt sind sehr irritiert, wenn sie vor dem Hotel pöbelnde und randalierende Menschen antreffen, die offensichtlich stark alkoholisiert sind. So kann eine Stadt wie Frankfurt sich doch nicht präsentieren wollen.“

 

Die im Juni gegründete Initiative Gastronomie Frankfurt will die Interessen der Gastronomen und die Position des Gastgewerbes in Frankfurt vertreten und stärken – zum Wohl der Gäste als auch der Außenwirkung der Stadt. Rund 30 Gastronomen haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Sie möchten zu einer verbesserten und positiven öffentlichen Wahrnehmung der Gastronomieszene beitragen und in diesem Sinne das Gewerbe attraktiver, gerechter und sicherer für nationale und internationale Gäste sowie Arbeitnehmer machen. Dafür setzt sich die Initiative unter anderem für verbindliche Standards im Gastronomiegewerbe ein, fördert Integration und Ausbildungsmöglichkeiten und möchte sich mit Veranstaltungen und Kampagnen gegen Drogenmissbrauch, Rassismus und Diskriminierung stark machen.